Arme Ritter

Arme Ritter

Arme Ritter

Unter armen Rittern versteht man eine Speiche aus altbackenen Brötchen oder Weißbrotscheiben. Andere regionale Bezeichnungen sind rostige Ritter, Semmelnudeln, Semmelschnitten, Semmelschmarn, Weckzämnädä, Weckschnitten, Bavesen, Profesen, Blinder Fisch (mit Zwieback), Kartäuserklöße oder auch im Elsass, in der Deutschschweiz und in Südbaden als Fotzelschnitten.

Die in Fett gebackenen Brotscheiben waren schon im römischen Reich bekannt. Das römische Kochbuch „De re coquinaria“ umfasst das Rezept in lateinischer Sprache (Aliter dulcia: siligineos rasos frangis, et buccellas maiores facies. In lacte infundis, frigis et in oleo, mel superfundis et inferes) auf Deutsch „Eine andere Süßspeise: Du zerbrichst abgeschabte Siligenene (Winterweizengebäcke) und machst größere Stückchen. Du tauchst (sie) in Milch und röstet in Ö, gießt Honig darüber und bringst sie dar“.

Das älteste übermittelte deutschsprachige Rezept für Arme Ritter steht schon in dem Buch von guter Speise aus dem 14. Jahrhundert, welches im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm zitiert wird „snit denne ah snitten arme ritter und back die in smalze niht zu trüge“.

Arme Ritter werden in deutschen Schriften aus dem Jahr 1572 und Kochbüchern von 1598 erwähnt in der Form wie man sie heute zubereitet. In einem deutschen Kochbuch von 1606 werden sie als Gueldene Schnitten und Guldenschnitten bezeichnet. 1601 nennt sie Valerius Herberger redensartlich „arme Ritter backen und Kümmerling schmelzen“.

Der Name Pofese stammt von pavese der Form der Ritterschilde aus Pavia ab. In der mitteralterlichen Versnovelle : Meier Helmbrecht aus der Mitte des 13. Jh. werden sie noch mit dem Namen in Klammern erwähnt und das sie jedermann für eine Herrenspeise halte: „datz Ôsterrîche clamirre, ist ez jener, ist ez dirre, der tumbe und der wîse hant ez dâ für herren spîse.“

Arme Ritter in anderen Ländern

In anderen Ländern sind ähnliche bekannte Gerichte French Toast in den USA oder Kanada, in England Poor Knights of Windsor oder pain perdu in Frankreich, torrijas in Spanien, in Russland grenki, in Québec als pain doré, in der Türkei als ekmek balığı, in Ungarn als bundás kenyér, in den Niederlanden wentelteefje in Österreich und in Altbayern gefüllt mit Zwetschgen, Powidl oder Hirn heißen sie in Pavesen, Finnland als köyhät ritarit und in Albanien und Kosovo als bukë me vezë. In Portugal als rabanads sind sie ein traditionelle Gebäck zu Weihnachten mit einer Mischung aus Ei und Milch oder in Wein, Tee oder Wasser getunkt, die rabandas werden nach dem Frittieren mit Zucker und Zimt bestreut oder begoßen mit einer Sauce aus Zucker, Zimt, Wasser und Portwein.

Der French Toast gehört in Kanada und den USA als ausgedehntes Frühstück serviert mit Butter und Ahornsirup. In Ungarn als Bundáskenyér („Brot in Pelz“) werden sie häufig gesalzen gegessen und nur mit Tee zum Frühstück oder als Beilage zum Gemüse wie Spinat verzehrt.

Für 4 Portionen arme Ritter benötigt man:

Zutaten

  • 4 Scheiben Toastbrot
  • 1 Eier
  • ¼ Liter Milch
  • 50 g Butter
  • Zimt
  • Zucker

Zubereitung

Die Eier werden in der Milch verquirlt und die Brotscheiben darin gut eingeweicht.

Die Butter lässt man in der Zwischenzeit in der Pfanne aus.

Nun werden die Brotscheiben in der Pfanne gelbbraun gebraten, knusprig von beiden Seiten.

Man bestreut sie heiß mit Zucker und Zimt und serviert sie noch warm.

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